Dämmung im Fertighaus

Dämmung im Fertighaus bei Holzständerbauweise

Als wir unser Fertighaus gekauft haben, dachten wir noch, dass die Dämmung ein einfaches Thema wäre. Spätestens beim Energieberater wurde uns bewusst, dass es so einfach nicht ist und damit ja auch nicht nur die Wärmedämmung gemeint ist, sondern auch der Schall. Außerdem muss man Wärme- und Schallbrücken vermeiden, Resonanzböden sollten auch gedämmt werden und auch das Material spielt eine wichtige Rolle. Dazu kommt, dass wir mit immer mehr Dämmung und einer Dampfbremse, auch die Gefahr für Schimmel erhöhen, was unbedingt vermieden werden muss.

Eine Menge neuer Informationen für einen Bauherr. Ich teile sie daher in 2 Videos für Theorie und Praxis.

Dämmung Theorie

Dämmung Praxis

Wärmedämmung im Fertighaus

Wir nennen unser Haus immer gerne Thermoskanne, da wir in einem stark isolierten Cocoon wohnen werden. Nichts geht rein oder raus, außer wir wollen es. Wir setzen dabei auf die KfW55 Vorgaben und nutzen Zuschüsse.

Im Vergleich Massivhaus gegen Fertighaus in Holzständerbauweise, liegt das Holzhaus deutlich vorne und ist auch noch günstiger. Hier kann die Außenwand bereits gedämmt werden und gegen Wärmebrücken ist eine Außendämmung auch leicht anzubringen. In unserem Fall waren es 10cm Styropor-Außendämmung , eine Lage Gipsfaserplatten, 16cm Glasfaser-Wanddämmung und Dampfbremse. Dazu kommen weitere 6 cm Dämmung aus unserer Installationsschicht.

Es gibt noch 2 Besonderheiten. Die Fetten und Doppel T Träger werden in der Zwischendecke besonders gut gedämmt.

Nach den beiden Videos werde ich hier noch die Details zur Dämmung genau erklären und worauf man achten sollte.

 

Fassadendämmung

Sie ist unglaublich effektiv und wird bei Fertighäusern in Massivbauweise und bei Holzständern gerne eingesetzt. Aber sie ist auch ideal zum nachträglichen Wärmeschutz.

Besonders gerne werden hier Styropor oder Hartschaumplatten eingesetzt, die vorzugsweise zwischen 6 und 16cm stark sind. Bei unserer Holzständerbauweise können diese sogar sehr einfach angebracht werden. Der Bautrupp hat einfach die Platten mit Sto Kleber auf die Fassade geklebt und mit langen Spezialschrauben angeheftet. Später wird es einfach verputzt.

Der größte Vorteil liegt aber darin, dass es hier keine Wärmebrücken gibt und die dahinter liegenden Wärmebrücken, wie Holz oder Doppel T Träger, vorisoliert. Das hält die Wärmeverluste sehr gering und schont den Geldbeutel deutlich.

 

 

Außenwanddämmung

Die Außenwände bestehen aus mehreren Komponenten, die gedämmt werden müssen. Dazu gehören die Türen, Fenster, Rollläden, Holzständer, Fetten, Balken und die Zwischenräume.  Ein besonderer Part kommt der Zwischendecke zu, da hier die Dämmung zur Außenwand besonders stark ist.

Türen und Fenster

Hersteller bieten oft günstige Türen und Fenster an, haben aber auch spezielle Fenster für energieeffiziente, sogenannte ENEV-Häuser im Programm. Diese haben dann zum Beispiel eine 3fach Verglasung, haben Dämmung im und am Rahmen, sind für Dampfbremse vorbereitet und haben damit einen sehr guten Durchlasswert. Da wir an den Fenster und Türen die meiste Wärme verlieren, solltet ihr hier nicht sparen. Sicherlich braucht man auch nicht den Mercedes, aber eine gute Mittelklasse macht hier Sinn.

Denkt bitte auch daran, alle Hohlräume die sich durch den Einbau ergeben ordentlich auszudämmen.  Oft eignen sich da Reste, die ihr sonst kostenpflichtig entsorgen müsstet.

An den Fenstern befinden sich auch Folien, teilweise mit Klebestreifen. Die sind der Übergang zu eurer Dampfbremse und dürfen auf keinen Fall beschädigt werden. Falls doch, gut verkleben! Ich habe das Dichtband von Isover genommen und das klebt extrem gut.

 

Wand dämmen

Zwischen den Holzständer ist viel, sehr viel Platz zum Dämmen. Das ist auch der größte Vorteil gegenüber der Massivbauweise, die nur davor oder innen gedämmt werden kann. Massiv hat natürlich einen besseren Schallschutzt, weil die Rohdichte höher ist, aber das kann man in der Außenwand gut mit der entsprechenden Dämmschicht kompensieren. Die folgenden Abschnitte beschäftigen sich daher mit der Dämmung im Fertighaus, dem Aufbau, Material, Einsatzmöglichkeiten und wie man das sparsam aufbaut.

Welche Dämmung wo einsetzen

Als Endergebnis soll immer eine gute Mischung aus Schall- und Wärmedämmung sein, die auch noch preiswert ist. Daher zuerst die einzelnen Dämmstoffe, mit denen das realisiert werden kann.

  • Glasfaserwolle
  • Steinwolle
  • Gemischte Varianten wie Ultimate
  • Styropor
  • Restmaterial

 

WLG – Die Wärmeleitgruppe gibt an, wie der Dämmstoff dämmt. Er gilt für alle Materialien und hat nichts mit der Dicke zu tun. Hier gilt der einfache Grundsatz, je dicker desto besser die Dämmung.

Die üblichsten WLG Werte sind: WLG 40, WLG 35 und WLG 32.

  • WLG 40 – Gute Dämmeigenschaften und sehr günstig
  • WLG 35 – Sehr gute Dämmeigenschaften und preiswert. Daher wird WLG 35 auch am häufigsten eingesetzt, da das Preis- / Leistungsverhältnis am besten ist.
  • WLG 32 – Extrem gute Dämmeigenschaften, aber im Vergleich sehr teuer.

 

Glasfaserwolle / Klemmfilz – Wir hatten den Klemmfilz von Bausep aus dem Aktionsangebot, nicht zuletzt, weil der viele positive Bewertungen hatte. Besonders die Argumente gute Verarbeitung und kein jucken hat bei uns gezogen und sich beim Einbau bestätigt.Außerdem ist der Preis für den Klemmfilz sehr günstig. Wenn man 2-500m² Dämmfläche hat, macht sich jeder Euro wenige auf einem Quadratmeter bemerkbar.

  • Verarbeitung

Ihr könnt die günstige Dämmung in die Außenwand, Innenwand, Decke oder auch Dachschrägen einsetzen, da die Klemmwirkung echt gut ist.Gebt einfach zum gemessenen Maß einen Zentimeter hinzu und schneidet die Dämmung zurecht. Kleine Abweichungen beim Schnitt verzeiht die Dämmung recht gut, aber eben nur kleine. Als Hilfe sollte ihr euch ein Dämmmesser, Latte, evtl. Cuttermesser ( Vorsicht scharf ) oder auch eine Heckenschere holen.

 

5 Gedanken zu “Dämmung im Fertighaus

  1. Danke für den Top Beitrag war sehr lesenswert.
    Aber ich habe mal ne Frage: Kann ich meine Fassade auch mit Steinwolle dämmen? Habe über einen Verwandten günstigen Zugang dazu und würde gerne so viel wie möglich damit machen. Wäre super praktisch wenn sich das irgendwie (sinnvoll) realisieren lässt.

    MfG Tobi

  2. Hi,
    Fassade selbst nicht, sofern Du die Aufdämmung unter dem Putz meinst. Dass musste mit Styropor machen, da das stabiler ist. Wenn du die Zwischendämmung in den Balken meinst, das geht. Die Verarbeitung muss aber genauer erfolgen und ist damit schwieriger, aber die Schalldämmung ist durtch die bessere Rohdichte auch höher. Bei Dachschrägen solltest aber Glaswolle nehmen, da die besser klemmt.

  3. Habe mir deine Videos mit großer Aufmerksamkeit angeschaut (sehr Hilfreich – danke hierfür).
    Hätte allerdings noch eine Frage zur Dampfbremse/Installationsebene.
    In deinem Video hast du erklärt dass u.a. ein Vorteil der Installationsebene ist, dass du die Dampfbremse nicht verletzt,
    weil auf die Dampfbremse nochmal eine Lattung mit Dämmung kommt bevor du die Gibskartonplatten anbringst. Soweit so gut. Aber díe Lattung muß doch auch irgendwo verschraubt werden. Hiermit verletzt du doch auch die Dampfbremse (oder vestehe ich das falsch?) Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank.
    MfG
    Oliver

  4. Hey,

    In der Überschrift steht, dass die Schimmelgefahr mit der Dämmung steigt. Wie verhindert man das denn eigentlich? Wir wollen ein älteres Haus kaufen, dann natürlich dämmen und dichte Fenster. Aber gibt es außer einer Belüftungsanlage noch andere Möglichkeiten zur Schimmelvorsorge?

    Übrigens tolle Videos! Schön praktisch und nicht so von oben herab, als wenn alles „selbstverständlich“ ist. Daumen hoch!

    1. Hallo, ziehen gerade ein und daher keine Zeit zum antworten, aber wir haben gute Erfahrungen mit Energieberater gemacht, der auch Architekt ist. Rest später-

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