Immobilie kaufen oder Fertighaus bauen?

Eine Immobilie kaufen oder lieber ein Fertighaus selber bauen?

Der Immobilienmarkt spielt verrückt und betrachtet man sich die angebotenen Immobilien, dann ist die Ersparnis durch einen günstigen Baukredit eigentlich schon wieder aufgebraucht oder sogar teurer. Nicht selten sind die Immobilien stark sanierungsbedürftig, haben schlechte Lagen oder andere Probleme. Im folgenden Artikel will ich euch mal zeigen, was uns zum Bau eines Hauses bewegt hat.

Basisanforderung: Wohnraum mind. 120m² und mind. 50m² Büro / Fotostudio. Anfahrt zur Arbeit nicht mehr als 20Minuten, vorzugsweise ohne Stau. Gute Dämmung für weniger Ausgaben bei Heizung und Warmwasser.

 

 

Was haben wir gefunden oder wurde uns angeboten.

  1. Offensichtlich sitzt auf jeder Immobilie in Würzburg und Umgebung ein Makler. Nachdem was mir angeboten wurde, sind das für mich einfach nur Heuschrecken, die eigentlich keiner braucht, aber die sich gut positioniert haben und ich möchte behaupten, auch die Preise in die Höhe treiben. Nach 2 netten Telefonaten war ich mir sicher, die wissen das auch und nutzen das gnadenlos aus. Wer eine Wohnung in Würzburg, sicherlich auch in anderen beliebten Städten sucht, kann wohl ein Lied davon singen.
  2. 170m² für 1600€ Kaltmiete und dann sieht man die Bilder vom Haus… herunter gekommen trifft es am ehesten. Etwas besser mit 190m² war ein Angebot im Würzburger Umland. Haus sah zumindest deutlich besser aus, wenn auch kein Niedrigenergiehaus, aber 2300€ Kaltmiete…. Das ging so weiter und entweder waren die Häuser in furchtbarem Zustand, ewig weit weg oder völlig überteuert. Ein Haus hatten wir gefunden und das war noch am selben Tag aus dem Immobilienportal genommen worden. Auf Nachfrage sagte man uns, dass bereits mehr als 20 Bewerben da seien…
  3. Im Umland von Würzburg war es nicht besser. Im sogenannten Speckgürtel war kaum etwas zu finden.
  4. Hauskauf war ganz ähnlich. Allerdings haben wir da das ein oder andere Objekt gefunden, dass interessant war. Sogar von privat. Zwei waren schon halb ausgebaut, einige brauchten etwas handwerkliches Geschick. Meist waren die aber recht weit weg. Eine längere Suche hätte hier sicherlich eine passende Immobilie zu Tage gefördert.

 

Den Baustress wollten wir uns eigentlich nicht geben, aber bei einem Kaffee mit Freunden haben wir über das für und wider diskutiert. Das war zu Nikolaus.

Vorteile beim Hausbau

  1. Komplett neue Bausubstanz und damit wenig Reparaturkosten während der Tilgung
  2. Möglichkeit ein ENEV-Haus zu bauen ( KfW 55 )
  3. Grundstücke sind besser zu finden, als komplette Immobilien
  4. Makler und Gebühr für ein Grundstück ist deutlich günstiger
  5. Freie Gestaltung oder Hausauswahl nach eigenen Wünschen
  6. Durch Eigenleistung kann man bei einem Fertighaus viel Geld sparen
  7. Es gibt Förderungen für Heizung und Solar

 

Sofern man also nicht eine fertige Immobilie mit Haus in Aussicht hat, ist ein Neubau gar nicht so abwegig. Die Aufgaben die man als Bauherr hat, sind natürlich um ein vielfaches höher. Dazu gehört auch, dass man bei bestehenden Immobilien Bestandsschutz hat, zumindest bei einigen Dingen. Baut man ein neues Fertighaus, dann muss man auch nach den neuen Vorschriften bauen.  Das macht den Hausbau für uns als Einmalbauherren etwas komplizierter.

 

Was kostet ein Fertighaus mit Grundstück?

Das ist natürlich sehr individuell zu sehen. Besonders Grundstücke können arg ins Geld gehen. Ihr solltet daher meine Angaben auf eure Region abgleichen.

  • Grundstück hat bei uns knapp 30.000€ zzgl. Gebühren gekostet. Ohne Makler waren das etwa 7% für Steuern, Notar und Nebenkosten.
  • Haus hat etwa 210.000€ inkl. Innenausbau gekostet. Wir liegen daher bei etwa 1200€ / m².
  • Heizung, Estrich und ein Teil der Elektrik wurden an Firmen in der Region vergeben. Rest war Eigenleistung.
  • Fördermittel gab es etwa 14.000€ und günstigere KfW Zinsen
  • Muskelhypothek etwa 20.000€

 

Baufinanzierung oder Miete – Was ist günstiger?

Letztendlich landen wir bei 215.000€. Das macht eine monatliche Belastung von 900€. Wir hätten auch 700€ nehmen können, aber da waren uns die Zinsen und Laufzeit zu hoch.

Gegenüber dem günstigsten Mietpreis sind das 600€ weniger und wir sparen noch an Heizkosten. Außerdem haben wir nun 210m² Fläche und weitere 65m² Dachboden.

Zu den 900€ kommen natürlich noch die Versicherung, Müll und Hausgebühren.

Dennoch ist das eine deutliche Ersparnis und ein guter Grund über ein Fertighaus nachzudenken. Der Hausbau ist natürlich nicht so einfach, auch wenn euch das Banken und Fertighausanbieter gerne suggerieren, aber es lohnt sich in jedem Fall.

 

Gedanken zu meinem Fertighaus

Ich würde wieder so bauen, auch wenn unser Hausbau nicht immer ganz rund gelaufen ist. Viele Dinge wurden einem nicht gesagt, Beratung war teilweise lausig und einiges wird einem bewusst vorenthalten. Das ist als Einmalbauherr mit viel Hirnfasching verbunden, denn viele Dinge weiss man vorher einfach nicht. Oder wisst ihr was ein Druckplattentest, Reserveoption, oder Mehrsparteneinführung ist? Der Begriff Fertighaus ist da manchmal irreführend, denn es sollte eher Ausbauhaus heißen.

ABER: Beim Ausbau stellt man schnell fest, dass man hier SEIN zu Hause baut und da steigt die eigene Wertschätzung für das Fertighaus ungemein!

 

 

Ein Gedanke zu “Immobilie kaufen oder Fertighaus bauen?

  1. Hallo zusammen,
    vielen Dank für deine Geschichte über dein Fertighaus.
    Mein Mann und ich planen derzeit unser neues Eigenheim. Wir haben uns schon auf viel geeinigt und auch beschlossen. Das einzige wo wir uns noch nicht einig sind, ist die Haustür. Auf der Suche nach einer großen Auswahl an Haustüren bin ich auf diese Seite gestoßen: http://www.eylers-tischlerei.de/tueren/

    Liebe Grüße
    Nadine

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