Installationsschicht oder Installationsebene als praktische Variante im Fertighaus

Die Installationsschicht oder Installationsebene

Viele kennen die Installationsschicht, oder auch Installationsebene aus dem Badbereich, wo man gerne Rohre oder Befestigungen versteckt. Beim Fertighaus kann diese Schicht auch auf allen Außenwänden Sinn ergeben. Sie kann sogar bei Zwischenwänden eingesetzt werden.

Wir haben die Idee von unserem Energieberater. Da uns noch Dämmung für die KfW 55 gefehlt hat und die Installationsschicht eine günstige Variante darstellt, haben wir uns dafür entschieden. Außerdem bietet sie Vorteile beim Schallschutz.  Da wir schon mehrere positive Kommentare zur Installationsschicht bei Youtube und als Mail erhalten haben, beschreibe ich hier den Aufbau und die Vorteile.

Die Vorteile der Installationsschicht

Mehr Wärmedämmung

In unserem Fall war es die zusätzliche Dämmung für die KfW 55, die wir noch brauchten. Dämmstärke und WLG-Wert hängen dabei vom Energieberater ab. Ansonsten bleibt es bei euch, wie stark eure Dämmung werden soll und welchen WLG-Wert ihr nehmt. Ein sehr gutes Preis-/ Leistungsverhältnis hat die 10cm Dämmung. Da könnt ihr auch günstigere Produkte aus der Dachdämmung nehmen, wie den Klemmfilz Climowool bei Bausep. Kostet aktuell ( Stand Jan. 2017 3,45€ / m² ). Lattung solltet ihr mal im Holzfachhandel erfragen.

 

Mehr Schallschutz im Fertighaus

Die zusätzliche Dämmung wirkt sich auch auf die Schallisolierung aus. Wem das wichtig ist, sollte keine Glaswolle oder Styropor  nehmen, sondern Steinwolle oder  Isover Ultimate. Das hängt mit der Rohdichte und der Brechung des Schalls zusammen.  Diese Materialien  haben die weit besseren Schallschutzeigenschaften und bei dem Ultimate zusätzlich gute Klemmeigenschaften. Ansonsten gilt, je stärker die Dämmschicht ist, desto besser der Schallschutz.

Noch mehr Schutz bietet eine Doppelbeplankung aus Rigips, z.B 2×9,5 oder 2×12,5  oder die blaue Rigipsplatte von Knauf.

Bedenkt aber: Das gilt in erster Linie für die Außenwände. Türen und Fenster mit schlechten Schallschutzwerten, trüben das Ergebnis deutlich ein.

 

Geringere Verletzungsgefahr für die Dampfsperre

Mal schnell eine Schraube in die Wand drehen oder eine Hohlwanddose bohren ist bei einer Dampfbremse nicht möglich, sofern die Rigips-Platten direkt auf den Holzständern oder den Sparren angebracht sind und dahinter die Folie befestigt ist. Zu schnell verletzt man die Dampfbremsfolie und es droht Schimmelbefall. Bereits eine Installationsschicht von 5 cm ergibt inkl. Doppelbeplankung 7 – 7,5cm mehr Spielraum für Schrauben, Dosen oder die Installation. Das reicht normalerweise.

 

Verlegung der Installation

Das Verlegen von Kabeln, Rohren und Abfluss wird in einer Installationsebene zum Kinderspiel. Die Lattung wird horizontal angebracht, wodurch alles sehr einfach verlegt werden kann. Das gilt besonders für die Elektroinstallation. Vor allem können nach der Beplankung die Kabel einfach gefunden und Hohlwanddosen gesetzt werden. Die Dampfsperre wird dabei nicht angerührt, aber ihr müsst dennoch vorsichtig sein. Vermeidet spitze oder scharfe Gegenstände in der Nähe der Folie. Dazu gehören auch Elektrokabel, wo die Kupferkabel zu sehen sind. Klebt die Enden lieber ab.

Im Sanitärbereich muss die Installationsebene deutlich stärker ausfallen, da hier auch Abflussrohre verlegt werden. Unter 10cm bei kleinen Rohren ist nicht zu empfehlen. Die Dicke richtet sich hier nach euren Rohren oder Ständer für Waschtisch / WC.

 

Einfacher Aufbau der Installationsebene

Das ist DIY und kann von jedem realisiert werden. Es ist faktisch nicht schwerer als eine Holzkonstruktion unter Rigips Platten.

 

Günstiger als eine Perimeterdämmung

Wer mehr dämmen will, zum Beispiel für KfW, könnte auch eine Perimeterdämmung nehmen. Diese ist aber weit teurer und bietet nicht die anderen Vorteile. Allgemein ist eine Installationsschicht eine preiswerte Dämmvariante.

 

Wie sieht eine Installationsebene aus?

Diese wird über der abgedichteten Dampfbremse angebracht und besteht aus einer horizontalen Lattung. Der Abstand hängt von der Dämmstärke und der Beplankung ab. Bei Doppelbeplankung ist 60er oder 62,5er Abstand völlig ausreichend.

Zwischen der Lattung wird die Dämmung geklemmt. Welche ihr nehmen möchtet, könnt ihr in den Vorteilen entnehmen oder sprecht es mit eurem Energieberater ab.

Darüber kommt eine oder zwei Lagen Rigips. Wir nehmen 2 Lagen mit 9,5mm, da man hier den m² bereits ab 1.40€ bekommt. Verspachtelt wird alles mit Knauf Uniflott.

Ich habe euch das als Bild eingefügt.

Installationsschicht
Installationsschicht

 

 

 

 

Ein Gedanke zu “Installationsschicht oder Installationsebene als praktische Variante im Fertighaus

  1. Hi,

    sag mal wie machst du das denn mit dem überlappen ? müsste dann der Abstand zwischen den latten nicht eher ca. 30cm haben oder habe ich einen denkfehler ? oder verschraubst du nur alle 120cm ? und du legst die platten quer oder ?

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