Kniestockerhöhung beim Fertighaus

Kniestockerhöhung – Was bringt die Erhöhung des Kniestocks wirklich?

Beim Bau eines Fertighauses stellt sich oft die Frage, ob man den Kniestock erhöhen soll. Damit ergibt sich mehr Wohnraum und ein Spitzboden. Die Kosten beim Fertighaus bleiben recht überschaubar und es ist deutlich günstiger, als ein Keller. Ideale Voraussetzungen für eine günstige Bauweise, oder?

Was ist der Kniestock oder auch Drempel?

Im Prinzip ist der Kniestock die tragende Wand, worauf das Dach aufsitzt. Er wird gerechnet von der Rohdecke bis zur Oberkante der Mauer, worauf die Sparren des Daches aufliegen. Da meist noch ein Fußbodenaufbau auf die Rohdecke kommt, sollte der Kniestock mindestens 25cm betragen.

Empfohlen wird ein Drempel von mindestens 40cm, besser 80cm. Besonders bei 80cm hat man Stellflächen für Schränke zur Verfügung. Wahlweise kann man bei niedrigem Kniestock eine Wand stellen und den Raum dahinter als Stauraum nutzen.

 

kniestock / Kniestockerhöhung
kniestock / Kniestockerhöhung

Was kostet eine Kniestockerhöhung?

Wir haben Ende 2015 ein Angebot von Massa Haus mitnehmen können und einen Gutschein über 10.000€ für eine Kniestockerhöhung erhalten. Wir hatten beim Lifestyle 4 25cm Kniestock und konnten diesen auf 1,40m ohne Aufpreis erhöhen. Das war beim Lifestyle 4 das Maximum, da es von Haus aus sehr groß ist. Bei anderen Häusern können es bis zu 1,80m werden.

Wir konnten damit auch ein weiteres Problem lösen. Laut Bebauungsplan musste unser Dach mindestens 40° haben, aber Fertighäuser sind meist 38° und durch die Erhöhung wurde das gleich kostenlos angepasst.

10.000€ sind daher nur ein Richtwert, aber ihr solltet euch in jedem Fall ein Angebot dazu machen lassen. Ein erhöhter Drempel ist echt praktisch.

 

Vorteile der Kniestockerhöhung

Die damaligen Angebote von Massa waren Dinge, die ich auch später einbauen konnte ( Küche, Garage usw. ) bis auf die Kniestockerhöhung. Diesen nachträglich zu erhöhen erschien uns unsinnig und so nutzten wir das Angebot für das Lifestyle 4. Damit wurden aus 179m² satte 210m² und wir haben einen Spitzboden mit 60m² Nutzfläche.

Damit wird aus einer halben eine vollwertige Etage und wir können an der Wand fast stehen. Die Räume wirken viel größer und wohnlicher. Vor allem kann man die Wände für Schränke, Deko oder Fenster nutzen.

Die Kinnlade fiel uns regelrecht runter, als wir den Spitzboden gesehen haben. War der riesig! Ich kann auf 2m normal stehen, bevor die die Sparren kommen. Damit können wir nun den zweiten Technikraum ins Dach verlegen, Platz für eine Werkstatt ist auch noch und Stauraum an den Seiten ebenfalls.

Der Kniestock sorgt für einen deutlich höheren Wiederverkaufswert.

 

Nachteil einer Kniestockerhöhung

Mehr Raum heißt auch mehr Ausbaukosten. Ihr braucht mehr Dämmwolle, Rigips, Tapete und evtl. Elektrik. Bei uns dürfte das sich auf etwa 2.000€ summieren. Lasst ihr es von einer Firma machen, wird es auf ca. 5.000€ hinaus laufen.

Die Fenster im Dach sind deutlich höher. Da nun der Kniestock höher sitzt, fangen bei uns die Fenster bei 1,50m an. Man kommt noch halbwegs gut an den Fenstergriff und hinaus sehen ist auch noch drin. Für ein Dachfenster Panorama braucht es aber einen Hocker.

Mehr Quadratmeter brauchen mehr Fensterfläche – laut Gesetz. Die allgemeinen Bauvorschriften regeln die Fensterfläche die ein Raum haben muss. Es kann also sein, dass ihr größere oder mehr Fenster braucht. Wahlweise könnt ihr die Räume kleiner gestalten. Zum Beispiel eine Kammer als Stauraum einplanen, eine Vorbauwand bauen oder eine nicht tragende Wand etwas verrücken.

 

Welche Genehmigungen benötigt man?

Sehr häufig gibt es im Bebauungsplan entsprechende Vorschriften zum Kniestock. Nicht selten wird er auf eine bestimmte Maximalhöhe festgelegt. Beim Fertighaus wird mit einer Kniestockerhöhung aus einem 1,5 Haus keine vollwertige 2. Etage, zumindest nicht nach Baurecht. Auch das ist ab und zu im Bebauungsplan zu finden.

Wer dennoch einen höheren Kniestock bauen möchte, der kann das beim Bauamt beantragen. Die Vorbereitungen dafür macht ihr mit dem Architekten und Statiker. Allerdings rate ich dazu, zuerst mit dem Bauamt zu reden. Unser Bauamt war echt sehr zugänglich und hat uns oft geholfen. Das kann später viel Geld sparen, wenn man die Eckdaten für den Antrag kennt.

Auch bei einer späteren Erhöhung des Kniestocks solltet ihr die Absprachen mit dem Bauamt vorher machen.

Kniestockerhöhung und Gauben

Gauben sind Anbauten im Dach um Fenster gerade einbauen zu können. Sehr häufig wird das als zusätzliche Lichtquelle beim Ausbau des Dachbodens genutzt. Billiger ist sicherlich ein normales Fenster, aber man gewinnt mit einer Gaube auch zusätzlichen Platz. Große Gauben haben fast schon Wintergarten-Flair und können den Wohnraum im Dach auch optisch aufwerten.

Allerdings ist der Bau einer oder mehrerer Gauben genehmigungspflichtig. Es stellt einen markanten Eingriff am Haus dar und muss dem Bebauungsplan entsprechen. Auch hier gilt, dass das Bauamt die Unterlagen vom Architekten und Statiker benötigt.

Tipp: Gaube mit  zusätzlicher Dämmung verbinden und durch die KfW 430 fördern lassen.

Wenn ihr den Ausbau mit zusätzlicher Dämmung verbindet, könnt ihr einen Förderantrag für die KfW 430 Förderung stellen. Evtl. kommt auch der KfW Kredit 151 / 152 in Frage, der euch einen zinsvergünstigten Kredit und Tilgungszuschuss gewährt.

 

Würde ich meinen Kniestock / Drempel noch einmal erhöhen?

Ja, definitiv JA!

Selbst wenn es die 10.000€ deutlich überschreiten würde, wäre es mir jede Mark wert. Der Zugewinn an Wohnraum und Spitzboden war irre. Das gleicht den fehlenden Keller definitiv aus und der hätte uns ca. 40.000€ zusätzlich gekostet.

Das Preis- / Leistungsverhältnis einer Kniestockerhöhung ist bemerkenswert.

 

 

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