Pelletheizung Vor- und Nachteile beim Hausbau

Pelletheizung

Nachdem bei uns kein Gas liegt, wir Öl nicht wollten und uns Elektro langfristig zu teuer erschien, standen wir vor der Wahl zwischen Wärmepumpe und heizen mit Biomasse. Will man aber effektiv mit Wärmepumpe heizen, bräuchte man noch eine Photovoltaikanlage und am besten die Erdvarianten. Ein teurer Spaß. So entschieden wir uns für eine Pelletheizung.

War die Entscheidung richtig?

Ja, sie war deutlich teurer als eine Gasheizung und Wartung / Schornsteinfeger kommt noch on Top. Aber es gab eine  Vielzahl an Vorteilen und nach 2 Jahren würde ich sagen, wir würden wieder eine Pelletheizung nehmen. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, gibt es diese sogar als Kombi mit Holzscheiten. Das würden wir dann machen. Lohnt aber nur, wenn man Holz machen und ablagern kann.

 

Vorteile Pelletheizung

  • Im Vergleich zu anderen Heizsystemen, sind Pellets die günstigsten Brennmittel. Oft kann man diese im Baumarkt bei Aktionen günstiger erwerben. Auch gibt es manchmal günstigere Palettenpreise
  • Baut man ein KfW Haus, gibt es einen Boni für die Berechnung auf die KfW 55 und KfW 40. Dadurch braucht ihr weniger Dämmung, damit man diese Werte erreicht. Außerdem gibt es Förderungen, wenn man auf eine Pelletheizung modernisiert. Förderungen gibt es daher von der Bafa und der KfW
  • CO2 neutrales heizen. In Zeiten wo die CO2 Preise noch nicht richtig am Markt angekommen sind und keiner weiss, wo das hinführen wird, dürfte CO2 neutral eine sehr gute Ausgangsposition sein. Natürlich entsteht bei der Verbrennung der Pellets CO2, aber das hat der Baum ja bereits aus der Luft aufgenommen. Daher neutral.
  • Die entstehende Asche ist ein guter Dünger. Sollte aber nicht direkt zum Düngen genommen werden, sondern nur über den Kompostweg
  • Kleiner Speicher möglich. Es gibt auch Speicher für den Boden oder Keller, aber wir haben einen im HAR stehen, der 20 x 15Kg Sack aufnimmt. Dazu gibt es einen Staubsauger und bisher klappt das super. Maße Speicher: 70×70 und 125cm hoch.
  • Die Pelletheizung kann mit Solarthermie verbunden werden. Als Speicher dient ein Wasserspeicher. Das System kann sogar mit einem Kamin mit Wassertasche verbunden werden.
  • Funktioniert mit Heizkörpern und Fußbodenheizung
  • Das heiße Wasser dient auch für das Warmwasser im Haushalt.

 

Vorteile mit einer Fußbodenheizung

  • Sehr angenehme Wärme von unten
  • Keine Heizkörper die dreckig werden / Staubfänger
  • Keine Bastelarbeiten beim Verlegen von Laminat
  • Fußbodenheizung kann man selber verlegen. Kupferrohre oder Plaste eher nicht oder nur mit entsprechendem Werkzeug und handwerklichen Fähigkeiten.

 

Pelletheizung mit Solarthermie

Viel Dämmung und  dann noch zusätzlich Solarthermie? Eine wirklich gute Verbindung, auch wenn im Winter der Wirkungsgrad der Anlage deutlich sinkt. Wir haben 5 Panels auf dem Dach.

  • Wenn das Wetter passt, brauchen wir von Mai bis Oktober kaum heizen.
  • Im Winter können wir einen Teil der Wärme erzeugen. Je nach Größe und Sonnenstunden, können das bis zu 30% unseres Bedarfes sein
  • 4 Kw/h über die Solarthermie entsprechen 1 Kg Holzpellets
  • Im Gegenzug zu Photovoltaik, brauchen wir für die Wärmeenergie keine Steuern zahlen und sind nicht gewerbepflichtig
  • Solarthermie ist förderfähig

 

Nachteile Pelletheizung

  • Du brauchst Lagerplatz. Gerade wenn die Pellets per LKW kommen, machen sich große Lagerflächen bemerkbar. Die Anfahrt für einen halbvollen LKW kostet dasselbe, wie für einen vollen LKW.
  • Anschaffungspreis ist höher.
  • Der Pelletkessel unterliegt Wartungsintervallen und auch der Schornsteinfeger kommt regelmäßig zum Säubern UND Messen
  • Obwohl wir den besten Anbieter für Pelletheizungen haben, läuft das nicht so rund wie gewünscht. Bisher hatten wir in knapp 3 Jahren 2 Ausfälle.
  • Asche muss regelmäßig entfernt werden, kommt aber auf den Kompost.
  • Bei Sackware muss von Hand aufgefüllt werden

 

Fazit nach 2 Jahren

Zugegeben, ein großer Speicher, der mit LKW gefüllt wird, wäre uns lieber. Aber dafür einen Keller? Nein. Naja, in 20 Jahren sehe ich das auffüllen vielleicht anders, aber mal schauen, was ich da für eine Lösung finde. Alles andere läuft super. Einmal hatten wir Probleme mit der Brennkammer, aber das war Garantie. Das Saugsystem macht einen guten Job und die Energie in Strom ist relativ wenig. 27 Watt im Normalbetrieb oder im Heizmodus 75 Watt. Wir liegen also deutlich unter 1 kW/h pro Tag.

Durch die Kombination als Energiesparhaus mit Solarthermie, verbrauchen wir unter 2 Tonnen Pellets im Jahr bei 210m² Fläche. Umgerechnet etwa 600€ / Jahr.