Dämmung im Tiny House mit GEG

Tiny House vorschriften in Bayern
Tiny House Dämmung
Tiny House

Viel Dämmung für weniger Heizkosten

Darf es noch etwas mehr Tiny sein? Ja, mit dickeren Wänden.

Dämmung im Tiny House

Bei 2,50m als on Wheel, ist das letzte was man will eine dicke Wand. Selbst bei einem normalem Tiny House, bringt das Probleme. Die Dämmung nimmt einfach viel Fläche weg, aber sie hilft eben auch, Energie zu sparen. Allerdings muss nicht jeder alles beachten und micht alle Vorgaben gelten für jedes Tiny.

Was gilt generell:

  • Auch Baugenehmigungsfrei / Verfahrensfrei befreit nicht von den GEG Vorgaben ( Gebäude Energie Gesetz).
  • Es macht einen Unterschied, ob man 3 oder 4 Jahreszeiten darin wohnt / vermietet.
  • Auch die Größe ist entscheidend.
  • Bei größeren Tiny Häusern können auch die Vorgaben von EH 55 oder gar 40 gelten.
  • Theoretisch gibt es auch Fördermöglichkeiten, aber grad durch die Nachhaltigkeitszertifizierung ist das extrem teuer.

3 oder 4 Jahreszeiten für die Dämmung

Sofern ihr nur Frühling bis Herbst das Tiny House nutzt, gilt die GEG nicht. Ihr könnt die meist 8cm Ständerwände ganz normal dämmen. Nehmt feste Dämmstoffe wie Holzfaserplatten. Geht aber auch fast alle andere Dämmung, die nicht zusammen rutscht.

Wenn das Tiny auch im Winter bewohnt werden soll, dann sieht die Sache schon anders aus. Selbst mit der perfekten Kombi aus ISUM und PIR reichen die 8cm einfach nicht. Und es gibt Unterschiede bei Boden, Wand und Decke.

Boden und Wand

Da ist der Durchlasswert 024. Das sind bestenfalls 10cm +Fassade in der Kombi ISUM und PIR Dämmung. Mit herkömmlicher Dämmung sind es eher 14cm. Das hört sich nun nicht viel an, sind ja nur 6cm… aber ihr habt 2 Wände, also 12cm. Somit 5% der Breite. Das raubt etwa 1m² Wohnfläche.

Dann doch lieber ISUM mit den 2cm, also 4 mit beiden Wänden.

Ich werde euch mit Ubakus noch Wandaufbauideen geben. Das für ISUM und für normale Wände.

Tipps Bodendämmung: Ich habe einen klassischen Aufbau für 8cm, aber mit Reflektionsfolie zur Wärmerückgewinnung. Die Dämmwolle ist mineralisch mit 034. Die hatte ich vom Hausbau übrig, ansonsten hätte ich Holzfaser genommen. Darüber liegt eine Schicht XPS Dämmung. Bei mir 6cm, kann aber auch 8 sein, je nach Konstruktion. Nehmt Ubakus und rechnet für euch.

XPS ist fest genug, dass Laminat darüber gelegt werden kann.

Tipps Wanddämmung: Die Wände sorgen auch für Stabilität und sind somit auch für die Statik wichtig. Das kostet nun auch mehr Gewicht, was für on Wheel relevant ist. Ihr werdet um eine Sandwichbauweise nicht herum kommen. Im normalen Tiny wäre auch eine Rigips Wand möglich. Da könntet ihr mit 10er KVH Holz agieren. 8cm Dämmung rein, wie die 032 Platten, dann 2cm stehende Luftschicht, dann ISUM, dann eine Lattung für weitere 2cm stehende Luftschicht und Rigips. Oder eine 10cm Wand und 5cm Dämmung als Vorbauwand. Rechnet das mit Ubakus aus.

Die Decke

Die braucht ganz und gar 020 und das sind weitere Zentimeter Dämmung. Mit 035 kommt ihr auf etwa 19cm, evtl. auch 20 je nach Deckaufbau. PIR 023 sind es immer noch 14-15cm, mit ISUM sogar nur 12cm.

Die beste Kombination für dünne Wände

Die PIR Dämmung kann Werte bis zu 022 erreichen, was enorm gut ist. Nimmt man dazu noch Wärmefolien wie ISUM, was einen großen Teil der Wärmestrahlen / Infrarot zurückwerfen, dann spart man weitere Zentimeter. Die Kombi aus PIR und ISUM ist aktuell die dünste machbare Wandstärke.

Mit ISUM Reflexionsfolie habt ihr eine immer gleiche Basis, aber je nachdem welchen Standard ihr benötigt, müsst ihr noch weitere Dämmung einplanen. PIR bietet sich an, aber auch Steinwolle ist eine Option, wenn Gewicht keine Rolle spielt und Schalldämmung besser sein soll. Sie Auswahl liegt bei euch, aber ihr könnt das auch gut mit UBAKUS ausrechnen.

Wer braucht EH 55 und EH40?

Wichtig: Das hat nichts mit Förderungen zu tun, das ist ab 2023 der neue Standard und ab 2025 ist das dann EH40.

Eigentlich alle, da Energie sparen ein wichtiges Zukunftskonzept ist. Die Ausnahme sind Häuser, die weniger als 50m² haben. Daher werden viel Tiny Häuser davon profitieren. Wenn der Trend aber anhält, könnte sich das ändern.

Da der Unterschied zwischen 55 und 40 nicht so dramatisch ist, aber Heizkosten spart, solltet ihr euch überlegen, gleich auf EH40 zu gehen. Spätestens 2025 müssen das alle. So der aktuelle Plan.

Dämmung im Tiny House on Wheel

Fahrbare Mobilien haben noch eine Besonderheit, das Dämmmaterial sackt nach unten, wenn es nicht fest genug ist. Außerdem spielt Gewicht eine große Rolle, da wir ja nur 3,5 Tonnen haben.

Schafwolle ist zum Beispiel in den Wänden nicht zu gebrauchen, auch Klemmfilz hält nur bedingt, besonders bei geringen Wandstärken. Auch wenn es dir egal sein könnte, da du ja das nur für die Genehmigung brauchst, du hast dann im oberen Teil eine Kältebrücke und Wärme steigt nun einmal nach oben. Die Dämmung muss also gut gewählt werden.

Das Gewicht spielt ja ebenfalls eine Rolle. Steinwolle ist schwer, selbst Holzfaserplatten wiegen einiges.  PIR dagegen ist besonders leicht und Dämmstark.

Welche Dämmung eignet sich?

Sofern es mit dem Gewicht passt, könnt ihr Holzfaserplatten nehmen.

Mineralwolle kann zusammensacken. Besser sind hier Styropor, XPS, PIR oder PUR, was nun nicht gerade ökologisch ist. Dafür aber leicht.