Darf ich die Elektrik selber machen?

Darf ich die Elektrik selber machen?

Youtube ist voll mit allerlei Anleitungen zur Elektroinstallation, aber man mogelt sich über mehrere Tricks und Kniffe aus der Verantwortung. Denn im Fall der Fälle, kann das für euch enorm teuer werden. Ich weiß, dass es verlockend ist einiges selbst zu machen, aber die Konsequenzen sind hart.

Elektrik selbst machen

Hier müsst ihr das in 2 Bereiche trennen. Das Eine sind, die arbeiten an den elektrischen Anlagen, also Steckdosen, Schalter und Verteilung verklemmen, Lampen anschließen und eigentlich alles, wo man Kupferdraht sieht.

Das Andere sind zuarbeiten für die Elektroinstallation. Also alles was zum Verlegen von Kabeln gehört, Durchbrüche, Leerrohre ziehen, Butterflys anbringen, Dosen / Verteilung anbringen, Lampen aufhängen, elektrische Geräte aufstellen.

 

Beim ersten Teil dürft ihr gar nichts machen, das ist einer Elektrofachkraft vorbehalten und im $13 der Niederspannungsanschlussversorgung geregelt. Das ist zuweilen nervig, weil man als Hobbyhandwerker durchaus in der Lage ist, eine Lampe anzuschließen oder mal kleine Dinge selber zu machen. Selbst ich als gelernter Elektriker darf nicht alles.

Bei den Zuarbeiten könnt ihr euch richtig austoben, wenn auch nur unter Aufsicht. Vor allem wie und wo man Kabel verlegt ist wichtig, da es dafür Installationszonen gibt. Andere Gewerke kennen diese Installationszonen und bringen dort zum Beispiel keine Dinge an und beschädigen dadurch die Leitungen.

Was dürft ihr selber machen? ( unter Aufsicht )

  • Anzeichnen von Dosen, Schaltern und Verteilung
  • Dosenlöcher bohren und Dosen einsetzen
  • Verteilung einbauen ( ohne Verkabelung )
  • Wanddurchbrüche machen
  • Kabelkanäle Verlegen
  • Butterflys anbringen
  • Balken an nicht tragenden Wänden durchbohren
  • Leerrohre verlegen
  • Kabel verlegen oder in Leerrohre schieben
  • Dem Elektriker zur Hand gehen, außer beim Verklemmen

Nimmt man das zusammen, was man selber machen darf, kann man die Elektrorechnung sehr deutlich reduzieren. Da sind 50% nicht ausgeschlossen. Vor allem sind das bei einem Haus in Holzständerbauweise keine so Drecksarbeiten wie Schlitze fräsen und der Elektriker ist auch froh, wenn er die Stifterarbeiten nicht machen muss. In der aktuellen Auftragslage, ein sinnvoller Vorteil.

 

Die Konsequenzen, wenn sich nicht daranhält.

31% der Brände haben die Ursache bei den elektrischen Anlagen oder Betriebsmitteln. Der Schaden ist enorm. Die Versicherungen versuchen daher, die Kosten auf die Verursacher abzuwälzen.

Habt ihr die Elektrik selber angeschlossen und verfügt über keine Rechnung, wird ein Versicherer nachhaken und versuchen, euch die Schuld zuzuschieben. Können die nachweisen, dass der Brand durch unsachgemäße Verkabelung, Verlegung oder ähnliches verursacht wurde, werden die nicht zahlen wollen.

Nur ist ein Brand eben was anderes, als ein Wasserschaden. Bei unserer Holzständerbauweise brennt schnell alles lichterloh und zusammen mit dem Löschwasser, ist der Schaden enorm oder gar ein Totalschaden.

Ich will wirklich kein Spielverderber sein, aber überlegt euch gut, was ihr macht.