Hohlwanddose einbauen

Hohlwanddose einbauen

Ob ihr nun schnell mal eine neue Wand setzt oder ein Fertighaus baut, sobald Rigips eingesetzt wird, bauen wir auch Hohlwanddosen ein. Dank eines Hohlwanddosenbohrers, Verlegezonen und dem 72mm Maß, kann man das auch ohne handwerkliches Geschick. Außerdem gehört es zu den Arbeiten, die man auch als Zuarbeit für den Elektriker machen darf. Der muss aber drüber schauen. Kniffliger wird es, wenn dazu noch eine Dampfsperre in der Wand ist. Diese darf nicht durchbrochen werden und muss dicht bleiben. Eine luftdichte Hohlwanddose reicht da nicht.

 

Die richtigen Maße

Die Hohlwanddosen sollten nur in die Verlegezonen eingebaut werden. Bei der Holzständerbauweise manchmal unmöglich, da Wände auch mal tragend sind und da nicht gebohrt werden darf. Ganz korrekt müsste man die Wand also aufwändig umbauen, oder man versetzt die Dose etwas. Dann aber die Kabel nur senkrecht zur Dose verlegen.


In der Praxis setzt ihr die Hohlwanddose so ein:

  • 15cm vom Türrahmen oder Fenster entfernt
  • Höhe kann zwischen 100 und 115cm variieren. Altersgerecht wird das oft tiefer auf 100cm gesetzt.
  • Bei den Steckdosen nimmt man 30cm vom Fußboden und bleibt 40cm von den Ecken weg.

Mehrere Dosen neben- oder untereinander

Dabei gilt der Abstand von Dose zu Dose von 72mm. Es gibt dafür auch Schablonen, sogar mit Wasserwaage.

 

Der richtige Hohlwandbohrer

Grundsätzlich geht jeder normale 68mm Bohrer, oder Bohrkrone. Aber damit könnt ihr die Dose nicht versenken. Dafür gibt es Hohlwanddosenbohrer mit einem kleinen Fräßring. Ihr bohrt euer Loch und dann fräst ihr noch einen kleinen Ring. So sitzt die Dose perfekt.

 

Hohlwanddose bohren

Das ist nun wirklich keine Kunst, aber einige Dinge solltet ihr beachten. Ansonsten an der Markierung ansetzen, vorsichtig bohren und im Anschluss noch den Fräßring benutzen.

  • Nehmt eine kleine Bohrmaschine oder Akkuschrauber
  • Bohrt ohne Schlag
  • Stellt auf langsam
  • Bohrt vorsichtig. Dahinter könnten Kabel liegen!
  • Wenn ihr mehrere Löcher bohrt, erst alle anzeichnen und dann bohren.
  • Nehmt eine Wasserwaage

 

Duale Hohlwanddose

Da müsst ihr 2x 68mm Löcher im Abstand von 72mm bohren. Danach noch oben und unten den Rigips mit einer Säge entfernen. Ich nehme dazu eine Akku Stichsäge, aber Vorsicht, es könnten dort Kabel liegen. Schaut es euch im Video an. Vorteil der Dualen Hohlwanddosen ist natürlich der viele Platz zum Verklemmen.


Hohlwanddose bei einer Dampfbremse

An sich spielt das für die Elektrik keine Rolle, aber die Energiesparhäuser sind extrem stark gedämmt und sollen ja gar nicht mehr wirklich gelüftet werden. Daher haben wir ein Problem mit der Feuchtigkeit, die man mit einer Dampfbremse vermeiden will. Damit wird verhindert, dass warme Luftentweicht, sich dabei abkühlt und Wasser an Stellen hinterlässt, wo es schimmeln kann. Das soll es mal zur Erklärung gewesen sein.

Aber wo ist das Problem?

  1. An euren Außenwänden haben wir die Dampfsperre und davor Rigips oder Fermacell. Bohren wir da mit unserem 68mm Bohrer durch, ist die Bremswirkung dahin und da reichen auch die luftdichten Hohlwanddosen nicht!
  2. Selbst wenn wir die Löcher zuerst bohren und dann die Platte an die Wand schrauben, können wir die Folie beschädigen.
  3. Die meisten Lösungen sind zeitintensiv

Dazu kommt ein Planungsproblem, wenn man eine Installationsschicht machen will. Sicherlich die cleverste Lösung, aber mit dem Vorbau über eine Lattung, braucht es auch größere Fensterbänke und  die werden meist bei der Bemusterung ausgesucht. Nur müssen die nun tiefer sein. Das muss Monate vor dem Stelltermin bereits geklärt sein.

 

Hohlwanddose in die Dampfsperre einbauen

Installationsebene

Am häufigsten wird tatsächlich die Installationsebene empfohlen. Die müsstet ihr natürlich selber machen oder in Auftrag geben. Im Prinzip ist das eine Lattung über der Dampfsperre, die meist 6cm stark ist und darauf erst die Rigips- oder Fermacellplatten sind. Damit bleibt genug Raum um Dosen, Kabel oder andere Dinge zu verlegen. Es ist also in mehrfacher Hinsicht praktisch, aber nimmt etwas Platz ein und braucht größere Fensterbänke.

Da bei den Einfamilienhäusern meist kein oder nur ein kleiner Kniestock da ist, kommt diese Variante nur im Erdgeschoss und auf der Giebelseite vor, außer man hat eine Kniestockerhöhung. Bei anderen Haus- oder Dachformen, muss das individuell geklärt werden.

 

Folie locker anbringen

Ihr könnt natürlich die Folie an den Stellen lockerer anbringen, wo die Dosen später hinsollen. Ihr habt dann Spielraum, aber bohren sollte man da dennoch nicht. Hier sollten die Löcher vor dem Anbringen der Platten gebohrt werden, dann Kabel einziehen und die Platte an der Wand anbringen. Da machen aber nicht die Trockenbauer, sondern der Elektriker. Nun kommt der nicht wegen wenigen Dosen, oder es wird teuer. Hier am besten mit den Trockenbauern zusammenarbeiten und die Löcher gleich bohren und Kabel einfädeln. Die Dosen könnt ihr dann später noch anbringen.

Wenn ihr doch bohren müsst:

Bohrer nur knapp aus der Bohrkrone heraus schauen lassen. Maximal 5-7mm! Setzt den Bohrer an und bohrt ganz vorsichtig einen halben Zentimeter tief. Dann entfern ihr den Bohrer aus der Krone und nutzt den bereits entstandenen Ring und weiter mit der Bohrkrone zu bohren. Macht das langsam und nur wenig Druck ausüben. Wenn die Folie hinten locker drin liegt, sollte die Dampfbremse heil bleiben. Falls nicht, klebt die undichte Stelle durch das große Loch wieder mit Dampfsperrkleber zu.

 

Vertiefungen / Taschen

Auch eine beliebte Sache, aber etwas zeitaufwändig. Im Prinzip nimmt man etwas Dämmung an der Stelle weg, wo die Dosen später sitzen sollen und klebt sich auf der Folie eine Vertiefung. Die sollte groß genug sein, dass man gefahrlos die Dosenlöcher bohren kann. Tiefe wenigstens 7-8cm.

Das gibt es auch vorgefertigt zu kaufen oder ich habe das auch schon mit KT Rohr als Basis gesehen. Ist halt zeitintensiv.