Tiny House Grundstücke – 10 Tipps wie du sie findest

Wie findet man Grundstücke für Tiny Häuser?
Der Traum vom Tiny House scheitert in Deutschland selten am Haus selbst, sondern meist an der Suche nach dem passenden Fleckchen Erde. Während das Haus oft innerhalb weniger Monate steht, kann die Suche nach dem legalen Standort eine echte Odyssee sein. Wer sich auf den Weg macht, muss verstehen, dass ein Tiny House baurechtlich kein „Wohnwagen“ ist, sobald man darin dauerhaft lebt, sondern eine bauliche Anlage.
Wie funktioniert die Grundstückssuche für Tiny Häuser in der Praxis?
Ob bei mir oder in Gesprächen, zuerst suchen alle sich schöne Tiny Häuser und dann fängt man an ein Grundstück zu suchen. Telefonieren, chatten, Nachrichten schreiben und eventuell erste Besichtigungstermine. Du forsten Kleinanzeigen und Google ab, kommst aber nur schwer weiter. Aber es gibt Hoffnungsschimmer.
Dann merkst du, den Besichtigungstermin hätte man sich sparen können. Die Gründe sind vielfältig, aber meist werden Dinge nicht genannt, schlecht beschrieben oder bewusst kaschiert. Ein Beispiel: Die Hausanschlüsse liegen „beim Grundstück“ oder „in Grundstücksnähe“ und man stellt fest, dass es doch weiter weg ist, als man denkt oder entlang einer Hauptstraße aufgebaggert werden muss. Oder die gesellige Anlage entpuppt sich als Legebatterie mit den kleinesten möglich Abstände. Wenn einer Fußball schaut, hört der ganze Platz mit. Von anderen Geräuschen ganz zu schweigen.
1. Pacht vs. Kauf: Eine Frage der Philosophie und des Budgets
Die Entscheidung zwischen Pacht und Kauf ist die erste große Weichenstellung. Beide Modelle haben spezifische Vor- und Nachteile, die weit über den Preis hinausgehen.
Das Grundstück kaufen: Maximale Sicherheit
Wer ein Grundstück kauft, schafft sich eine dauerhafte Basis. In Zeiten steigender Bodenpreise ist dies eine solide Wertanlage.
- Vorteile: Sie sind Herr im Haus (und auf dem Land). Niemand kann Ihnen wegen Eigenbedarfs kündigen. Sie können das Grundstück nach eigenen Vorstellungen gestalten – vom Permakulturgarten bis zur Solaranlage.
- Herausforderungen: Die Anschaffungskosten sind hoch. Neben dem Kaufpreis fallen Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar- und Maklergebühren an. Zudem ist es oft schwierig, kleine Grundstücke zu finden, die für ein Tiny House wirtschaftlich sinnvoll sind; viele Baugrundstücke sind schlicht „zu groß“ und damit zu teuer für das minimalistische Konzept.
Das Grundstück pachten: Flexibilität und geringere Kosten
Die Pacht ist das klassische Modell für Tiny-House-Siedlungen oder Standplätze auf Resthöfen.
- Vorteile: Die Anfangsinvestition ist deutlich geringer. Man bleibt mobil – ein Kernversprechen der Tiny-House-Bewegung. Oft sind Pachtgrundstücke bereits teilerschlossen.
- Herausforderungen: Pachtverträge sind oft zeitlich begrenzt. Zudem ist die Finanzierung eines Tiny Houses auf einem Pachtgrundstück schwieriger, da Banken keine Grundschuld eintragen können. Ein wichtiger Sonderfall ist das Erbbaurecht: Hier pachtet man das Land meist für 99 Jahre. Das bietet fast die Sicherheit eines Kaufs, ist aber in Deutschland für Privatpersonen bei Kleinstflächen selten.
2. Was sagt der Bebauungsplan über mein Tiny House Grundstück aus?
Egal ob Kauf oder Pacht: In Deutschland darf man nicht einfach dort wohnen, wo es schön ist. Das Zauberwort heißt Erschließung und Bebaubarkeit.
Der Innenbereich (§ 34 BauGB)
Liegt das Grundstück innerhalb einer geschlossenen Ortslage ohne Bebauungsplan, muss sich das Tiny House in die „Eigenart der näheren Umgebung“ einfügen. Das ist oft die größte Hürde: Wenn drumherum nur zweigeschossige Satteldachhäuser stehen, kann ein moderner Container-Look abgelehnt werden.
Der Bebauungsplan (B-Plan)
Viele Gemeinden haben explizite Bebauungspläne. Darin ist bis ins Detail geregelt, was erlaubt ist:
- Dachform und -neigung: Ein Flachdach-Tiny-House ist in vielen Gebieten mit vorgeschriebener Satteldachpflicht nicht genehmigungsfähig.
- Mindestmaße: Manche Pläne schreiben eine Mindestgröße für Wohngebäude vor (z. B. 60 $m^2$). Ein Tiny House mit 25 $m^2$ wäre dort illegal.
- Baulinien und Grenzabstände: Auch ein kleines Haus muss meist 3 Meter Abstand zum Nachbarn halten.
Pro-Tipp: Suchen Sie gezielt nach „Sondergebieten für Tiny Häuser“ oder „Wochenendhausgebieten“. Letztere erlauben oft das Wohnen, sofern die Gemeinde die Erstwohnsitznahme dort duldet oder explizit genehmigt. Eine Bauvoranfrage beim zuständigen Bauamt ist vor jedem Kauf oder Pachtvertrag unerlässlich.
3. Tiny House Grundstücke bei Kleinanzeigen finden
Plattformen wie Kleinanzeigen sind mittlerweile die wichtigste Börse für Tiny-House-Flächen geworden, da klassische Immobilienportale oft keine passenden Kategorien für Kleinstflächen haben.
Die richtige Suchstrategie
Suchen Sie nicht nur nach „Tiny House Grundstück“. Viele Anbieter nutzen Begriffe wie:
- „Gartenpacht mit Option“
- „Bauplatz für Mobilheim“
- „Freizeitgrundstück mit Baugenehmigung“
Tipps für die Nutzung von Kleinanzeigen
- Suchaufträge anlegen: Der Markt ist extrem schnelllebig. Lassen Sie sich sofort benachrichtigen, wenn neue Anzeigen mit Ihren Schlagworten online gehen.
- Aussagekräftiges Gesuch schalten: Inserieren Sie selbst! Viele Landwirte oder Besitzer großer Gartengrundstücke kommen erst auf die Idee zu verpachten, wenn sie ein seriöses Gesuch lesen. Beschreiben Sie sich kurz (Beruf, Alter, Lebensstil) und betonen Sie, dass Sie eine ökologische und ruhige Wohnform suchen.
- Vorsicht bei „Freizeitgrundstücken“: Oft werden billige Grundstücke als „ideal für Tiny Houses“ angepriesen. Wenn diese im Außenbereich (Wiese, Wald, Feld) liegen, ist dauerhaftes Wohnen dort in 99 % der Fälle verboten. Lassen Sie sich nicht von schönen Fotos blenden, sondern fragen Sie direkt nach dem Status im Flächennutzungsplan.
Fazit und nächster Schritt
Die Suche nach einem Grundstück erfordert Geduld und juristisches Grundwissen. Ob Kauf oder Pacht – ohne den Segen des Bauamts bleibt der Traum vom kleinen Haus ein riskantes Provisorium.




